Für den 22.10. hatte mich die Gemeindebibliothek Waldniel eingeladen, um dort zu lesen. Ich hatte zugesagt, aber nicht, ohne zu warnen: „Ich habe schon so viele Male in unserer Region gelesen, ich glaube nicht, dass da noch viele kommen werden.“ Aber was soll ich sagen – meine Skepsis war vollkommen unangebracht. Ich war schon 20 Minuten vor Beginn überrascht, weil schon so viele Leute gekommen waren. Und bis zum Beginn um 19.00 Uhr wurde es dann sogar so voll, dass die vorbereitete Bestuhlung nicht ausreichte und sie noch weitere Stühle dazu stellen mussten.

Es war eine äußerst angenehme Stimmung in der kleinen, hübschen Bibliothek. Es gab Tee und Baklava, im Publikum kannte man sich weitgehend untereinander, alles war irgendwie angenehm vertraut und sympathisch. Die Bibliotheksleiterin Uta Krüger führte besonders empathisch und authentisch in das Thema ein, indem sie sehr ehrlich erzählte, wie es ihr beim Lesen meines Buches ergangen war. So wussten die Menschen gleich, dass nun emotionale 60 Minuten auf alle zukommen würden.

Ein sehr aufmerksames und gespanntes Publikum saß mir da gegenüber. Ich habe mich sehr wohl und wertgeschätzt gefühlt. Auch wenn ich mittlerweile an die 30 Mal aus meinem Buch gelesen und unsere Geschichte erzählt habe, so rühren mich die – an für mich mittlerweile vorhersehbaren Stellen – gerührten Gesichter im Publikum immer noch sehr an. Und immer noch bekomme auch ich an den einschlägigen Stellen eine Gänsehaut am ganzen Körper. Manche Emotionen waren damals so stark, dass sie sich vermutlich für immer bei mir eingebrannt haben.

Es war ein wirklich schöner Abend. Danke schön! Das einzige Manko: Wir – ich selbst leider auch – haben vergessen, ein oder zwei Fotos zu machen.  Schon allein der russische Tee-Samowar mit bayrischem Touch wäre ein Bild wert gewesen. :-)